19″ 1HE NAS mit FreeNAS und 4×1 TB Festplattenspeicher
12. April, 2009
Nach längerem Ausprobieren und Konfigurieren läuft es jetzt endlich im produktiven Einsatz – mein NAS. Folgende Komponenten habe ich dafür verbaut:
Gehäuse: Tyan Transport GX28 (B2881), 19″, 1HE
Board: Tyan Thunder K8SR(S2881) (2x 1GBit/s Ethernet on-board)
CPU: AMD Opteron 252 2,6 GHz
RAM: 2x 1GB DDR ECC RAM (2x 512MB sind auch völlig ausreichend)
Storage: 4x 1TB Western Digital WD10EADS, SATA, 32 MB Cache
Raid-Controller: LSI MegaRaid 150-6 SATA PCI-X
Wenn man sich diese Zusammenstellung so anschaut, geht es sicher auch noch stromsparender aber letztlich entscheidet auch was man gerade günstig bekommen kann oder vielleicht eh schon da hat, um einen bestimmten Budgetrahmen nicht zu sprengen.
Die Western Digital WD10EADS Festplatten sind wirklich spitze. Schnell, extrem leise und sie werden im Betrieb gerade mal handwarm. Als Raidlevel kommt wegen des guten Verhältnis zwischen Ausfallsicherheit und Performance Raid5 zum Einsatz. Wichtigste Erfahrung für mich: Wenn man die Entscheidung zwischen Software-Raid5 und Hardware-Raid5 treffen muss, würde ich immer wieder zu Hardware-Raid5 tendieren. Die Leistungsaufnahme des Raidcontrollers ist einfach deutlich niedriger als die einer parity-berechnenden AMD Opteron CPU. Auch die Handhabung im Fall eines Festplattenausfalls ist denkbar einfach. Alte Platte raus, neue Platte rein und der Rebuild beginnt. Begleitet wird das durch einen laut fiependen Lautsprecher auf dem Raid-Controller der einen darauf aufmerksam macht, dass eine Festplatte ausgefallen ist. Diese Form der Benachrichtigung beherrscht ein Software-Raid so nicht.
Die LSI Megaraid 150-6 sind schon ein bisschen älter und arbeiten im LBA 48Bit Modus. Deswegen lassen sich keine logischen Volumes größer 2TB anlegen. Konfiguriert man also die vier Festplatten im Raid5 Verbund, gibt es hinterher zwei LVs. Eins mit 2TB und eines mit ca. 0,8TB. Der Rest wird für die Paritätsdaten des Raid5 benutzt. In FreeNAS habe ich mir damit beholfen, das ich ein JBOD Verbund angelegt habe, der die zwei logischen Volumes wieder zu Einem mit einer Kapazität von 2,8TB zusammenführt.
Die zwei Broadcom BCM5704C Gigabit Ethernet Schnittstellen beherrschen Tcp Checksum offload in Hardware, so dass die CPU kaum Arbeit zu verrichten hat. Da hatte ich die Hoffung, dass dank AMD Cool’n'Quiet der Takt entsprechend runtergetaktet wird. Das erledigt in FreeNAS der powerd. Leider mit dem Ergebnis, dass das NAS sehr instabil läuft und der gesamte Rechner manchmal einfriert – also inakzeptabel.
Mittels sysctl dev.cpu.0.freq kann man sich anzeigen lassen, welche Frequenzschritte die CPU beherrscht. Nach etwas testen unter Last hatte ich festgestellt, dass sysctl dev.cpu.0.freq=497 ein guter Wert ist. Diesen Wert habe ich dann in der FreeNAS Konfiguration eingetragen. Das NAS wird also direkt nach dem booten auf 497 MHz heruntergetaktet. Bei dieser Frequenz hat die CPU noch genügend Spielraum nach oben auch wenn beide Gigabit Ethernet Schnittstellen voll ausgelastet sind.
Die eine Gigabit Ethernet Schnittstelle bedient das LAN, die Andere ist exklusiv mit einem Gigabit-Port eines VMware ESXi 3.5 Hosts verbunden. Diesem stellt das NAS via iSCSI und NFS Storage für mehrere Virtuelle Maschinen zur Verfügung.
Bislang läuft das System (mit dem Verzicht auf powerd und fest eingestellter Taktfrequenz) absolut stabil mit hervorragenden Übertragungswerten (~ 32 MB/s schreiben via iSCSI).
















Peter Bock am 26. October, 2009 um 10:06
Hallo,
nettes NAS, die HW hätte ich auch gerne
Aber “hervorragende” Übertragungswerte -bei Gbit anbindung- sehen anders aus.
Ich hatte aktuell unter FREENAS ähnliche Werte, und wollte mich damit nicht zufrieden geben.
Dann hab ich das gleiche mit OPENFILER getestet, und siehe da: ca. 90 MB/s schreiben bei iSCSI !!
Client war bei mir ein WIN2008 – Server (als ESX 3.5 VM).
mfg
Peter Bock
Sascha am 24. February, 2010 um 21:12
Hallo
Habe auch so ein Tyan Transport GX28 zuhause. Aber mich erstaunt, dass du erwähnst dass deine Festplatten leise sind, denn die Lautstärke der Fan’s kann ja gar nix übertrumpfen? Oder was hast du dagegen gemacht?
Grüsse
Sascha
cm am 24. February, 2010 um 21:18
Hi Sascha,
da ich das Gerät nur als NAS betreibe, habe ich nur eine CPU verbaut und die eine auf ca. 400 MHz gedrosselt. Ein paar Lüfter habe ich einfach abgezogen und die Verbleibenden mit einem Spannungsregler etwas gedrosselt. So ist es nicht mehr so arg laut. Aber Du hast recht – die Lüfter sind eigentlich das lauteste an dem gesamten Setup.
Beste Grüße,
Christian
Sascha am 24. February, 2010 um 21:26
Hallo Christian
Ja leider wirklich abartig laut… kann meinen eben nicht drosseln, habe 2x 2.4 GHz
Da wäre Fans wegnehmen warscheindlich eine schlechte Idee? was meinst du?
Nervt mich richtig… Brauche ihn im Lab aber ist einfach zuu laut… läuft auch nur selten…
Grüsse
Sascha
cm am 24. February, 2010 um 22:10
Hi Sascha,
also bei 2x 2,4 GHz ist drosseln tatsächlich nicht hilfreich. Im BIOS kann man noch ein bisschen mit der automatischen Lüftersteuerung spielen. Bringt aber nicht sehr viel. Das ist dann ein grundsätzliches Problem von 1 HE Servern. Da die Lüfter sehr klein sind, müssen sie sehr schnell drehen um entsprechend zu kühlen. Wenn es leise sein sollen hilft dann nur der Umstieg auf einen Server in einem größeren Gehäuse.
Beste Grüße,
Christian
Sascha am 24. February, 2010 um 22:29
Ja das hab ich mir eben auch gedacht und im BIOS geschaut leider nix gefunden, weisst du gerade wo das ist?
Grüsse
Sascha